🐺 Mobbing–was nun?🐺
Du bist nicht allein. Und du musst das nicht alleine schaffen.
Vielleicht wirst du ausgelacht.
Vielleicht wirst du ausgeschlossen.
Vielleicht erzählen andere Dinge über dich, beleidigen dich oder machen dich absichtlich klein.
Vielleicht passiert es in der Schule, im Verein, auf dem Schulweg, in einer Chatgruppe oder in sozialen Medien.
Und vielleicht fragst du dich:
„Was habe ich falsch gemacht?“
Nero möchte dir etwas Wichtiges sagen:
Du hast kein Mobbing verdient.
Niemand hat das.
🐺 Nero erklärt: Was ist eigentlich Mobbing?
Nicht jeder Streit ist automatisch Mobbing.
Menschen können sich streiten, unterschiedlicher Meinung sein oder sich gegenseitig einmal verletzen.
Bei Mobbing geht es dagegen typischerweise um wiederholte oder andauernde Angriffe, bei denen es für die betroffene Person zunehmend schwer wird, sich allein dagegen zu wehren.
Mobbing kann ganz unterschiedlich aussehen:
- Beleidigen,
- beschimpfen oder lächerlich machen
- absichtliches Ausschließen
- Gerüchte verbreiten
- Dinge verstecken, wegnehmen oder beschädigen
- bedrohen oder einschüchtern
- schubsen, schlagen oder körperlich bedrängen
- peinliche Fotos oder Videos verbreiten
- verletzende Nachrichten oder Kommentare schreiben
- andere dazu bringen, ebenfalls mitzumachen oder wegzuschauen
- Auch Cybermobbing kann sehr belastend sein.
- Nachrichten, Bilder und Kommentare
- verschwinden nicht einfach mit dem Schulschluss.
💜 Wenn du betroffen bist💜
1. Sprich darüber
Mobbing lebt oft davon, dass niemand darüber spricht.
Erzähl es einem Menschen, dem du vertraust.
Das können zum Beispiel deine Eltern, eine Lehrkraft, Schulsozialarbeit, Schulbegleitung oder eine andere vertraute erwachsene Person sein.
Und wenn dir die erste Person nicht hilft:
Erzähl es der nächsten.
Du darfst so lange Hilfe suchen, bis dich jemand ernst nimmt.
2. Schreibe auf, was passiert
Ein Mobbingtagebuch kann helfen.
Schreibe möglichst auf:
- Wann ist es passiert?
- Wo ist es passiert?
- Wer war dabei?
- Was wurde gesagt oder getan?
- Gab es Zeugen?
- Wie ging es dir danach?
- Bei digitalem Mobbing können außerdem Screenshots und andere Nachweise wichtig sein.
- Du musst dich nicht daran erinnern können, jedes Detail perfekt wiederzugeben.
3. Du darfst Grenzen setzen
Du darfst sagen:
- „Stopp.“
- „Lass mich in Ruhe.“
- „Ich möchte das nicht.“
Aber:
Du musst dich nicht selbst in Gefahr bringen, um dich zu behaupten.
Wenn du Angst hast oder eine Situation gefährlich wird, geh weg und hole Unterstützung.
Hilfe holen ist keine Schwäche.
🐺 „Aber ich will nicht petzen!“🐺
Nero kennt diesen Satz.
Doch zwischen Petzen und Hilfe holen gibt es einen wichtigen Unterschied.
Wenn jemand verletzt, bedroht, gedemütigt oder immer wieder ausgegrenzt wird, geht es nicht darum, jemanden „anzuschwärzen“.
Es geht darum, einen Menschen zu schützen.
Über Mobbing zu sprechen ist Hilfe holen.
🌿 Mobbing und Neurodivergenz🌿
Neurodivergente Kinder und Jugendliche können Situationen manchmal anders wahrnehmen, kommunizieren oder reagieren.
Autistische Kinder, Kinder mit ADHS oder andere neurodivergente Kinder können beispielsweise durch ihre Kommunikation, ihre Interessen, Bewegungen, Reaktionen auf Reize oder ihr Bedürfnis nach Struktur auffallen.
Anderssein ist aber niemals eine Einladung zum Mobbing.
Ein Kind sollte nicht lernen müssen, seine Persönlichkeit zu verstecken, nur damit andere es akzeptieren.
Die Umgebung trägt Verantwortung dafür, respektvolles Miteinander zu fördern und bei Ausgrenzung einzugreifen.
👨👩👧 Für Eltern und Bezugspersonen👨👩👧
Manchmal erzählt ein Kind nicht direkt, dass es gemobbt wird.
Mögliche Veränderungen können zum Beispiel sein:
Das Kind möchte plötzlich nicht mehr zur Schule oder zu bestimmten Orten. Es zieht sich zurück, wirkt angespannt oder traurig. Schlaf, Appetit oder Verhalten verändern sich. Gegenstände gehen häufiger verloren oder werden beschädigt. Leistungen können sich verändern.
Solche Veränderungen beweisen allein noch kein Mobbing.
Aber sie können ein Grund sein, genauer hinzuschauen.
Fragen Sie nicht nur:
„Was ist passiert?“
Sondern auch:
- „Wie geht es dir damit?“
- „Was brauchst du gerade?“
- „Was würde dir helfen, dich wieder sicherer zu fühlen?“
📝 Wenn Mobbing in der Schule passiert📝
Dokumentieren Sie Vorfälle möglichst sachlich und chronologisch.
Notieren Sie Datum, Ort, Beteiligte, Zeugen und den konkreten Vorfall. Bewahren Sie relevante Nachrichten, E-Mails oder Screenshots auf.
Suchen Sie das Gespräch mit der zuständigen Schule und bitten Sie bei Bedarf um konkrete Maßnahmen und eine nachvollziehbare Rückmeldung.
Vor allem sollte das betroffene Kind nicht allein dafür verantwortlich gemacht werden, die Situation zu lösen.
Mobbing ist kein Problem, das ein betroffenes Kind einfach „aushalten“ oder allein wegtrainieren muss.
🤝 Und wenn du Mobbing beobachtest?
Auch Zuschauer können etwas verändern.
- Du musst dich dabei nicht selbst in Gefahr bringen.
- Du kannst Unterstützung holen.
- Du kannst einem betroffenen Kind zeigen, dass es nicht allein ist.
- Du kannst dich weigern, verletzende Inhalte weiterzuleiten.
- Du kannst gemeinsam mit anderen Hilfe organisieren.
- Manchmal beginnt Zivilcourage mit einem einfachen Satz:
„Komm, du kannst zu uns kommen.“
🚨 Wenn es gefährlich wird🚨
Bei Gewalt, ernsthaften Bedrohungen oder einer akuten Gefahr sollte nicht abgewartet werden.
Hole sofort einen Erwachsenen oder andere geeignete Hilfe hinzu.
Sicherheit geht vor.
🐺 Neros wichtigste Botschaft🐺
Vielleicht haben andere versucht, dir einzureden, du wärst:
- zu laut,
- zu leise,
- zu empfindlich,
- zu langsam,
- zu wild,
- zu anders.
Aber weißt du was?
Du musst nicht weniger du selbst werden, damit andere lernen, respektvoll mit dir umzugehen.
Deine Gefühle zählen.
Deine Grenzen zählen.
Deine Stimme zählt.
Und wenn deine Stimme gerade noch zu leise ist, darf jemand anderes mit dir gemeinsam sprechen.
🐾 Du zählst. Du bist wichtig.
Gemeinsam statt allein.
Gemeinsam gegen Mobbing.
Gemeinsam Neurodivergent.